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Jubiläumsfest "1000 Jahre Oberwölz - Freising"
  
Die Besiedlung des Wözertales begann ca. 3000 Jahre vor Christi Geburt, wie Prähistorische Funde, z.B. ein Bronzemesser, eine Gewand-Fibel und das letztlich im Jahre 1996 durch die Landjugend aufgefundene Achtkantschwert, welche im Heimat-/Stadtmuseum Oberwölz zu besichtigen sind, dokumentieren.

 

Die eigentliche Besiedlung und Christianisierung dieses Landstriches geht jedoch auf die erste Jahrtausendwende n. Chr. Geburt zurück und kam aus den Bayrischen Raum.
Somit begannen 1000 Jahre Geschichte von Oberwölz, des Wölzertales mit Lind bei Scheifling und des Katschtales im Jahre 1007 mit der Schenkung durch den deutschen König Heinrich II. an den Bischof Egilbert von Freising als ewiges Lehen mit Land und Leute und alles was sonst noch dazu gehörte, wie in der königlichen Schenkungsurkunde zu Bamberg vom 10. Mai 1007 festgeschrieben und anlässlich des Festaktes feierlich verlesen wurde. Es sollte der schönste Landstrich zwischen Bamberg und Rom gewesen sein und war mit dem Übergang über das Glattjoch die kürzeste Verbindung von Bayern nach Rom.
Zentrum dieses hochstiftlichen Freisinger Besitztums war der Königshof in Oberwölz, das zufolge seiner wirtschaftlichen Bedeutung bereits 1305 zur Stadt erhoben wurde. Ab dem späten 13. Jahrhundert wurde die Burg Rothenfels als Sitz der Weltzer Burggrafen Verwaltungszentrum der Freisinger Besitztümer und hatten die Burggrafen auch die hohe Gerichtsbarkeit inne. Die niedere Gerichtsbarkeit verblieb beim Stadtrichter von Oberwölz.
So hatte Bischof Egilbert von Freising und auch seine 44 Nachfolger in den 796 Jahren bis 1803, dieses Jubel an Landschaft, Fauna und Flora mit arbeitsamen, ehrlichen, überwiegend liebenswerten, jedoch ein wenig starrköpfigen Menschen bayrischen Einschlages, sicher gerne als ewiges Lehen angenommen, wie Bürgermeister Krainer mit ein wenig Humor anmerkte.

Zwei Bischöfe bzw. Fürstbischöfe, die in Oberwölz näher bekannt sind, dürfen aus dieser Freisingerepoche genannt werden, weil sie in der geschichtlichen Betrachtung uns öfter begegnen:

Bischof Nicodemus della Skala 1421 – 1443.
An diesen erinnern noch die Wappen in der Spitalkirche und am Hintereggertor. Dieses Geschlecht führte eine Leiter im Wappen und nannte sich später „Von der Leiter“.


Fürstbischof Johann Franz Ecker 1694 – 1727.
Dieser soll sich 1669 auf den Weg nach Vorderösterreich gemacht haben, um auch von den „Herrschaften und Untertanen“ in Oberwölz sowie auch in Bischoflack, der heutigen Stadt Skofja Loka in Slowenien, die Erbhuldigung entgegen zu nehmen.
Diese Reise und Huldigung des Bischofs Johann Franz Ecker löste eine strenge Untersuchung bis zur Innerösterreichischen Regierung und Hofkammer aus, die sich über 2 Jahre erstreckte.

Zu erwähnen ist auch, dass der Oberwölzer Valentin Gappnig zu dieser Zeit im Auftrage des Bischofs die Veduten (naturgetreue Land-schaftsbilder) über die Besitztümer des Hochstiftes anzufertigen hatte und auch der Kupferstich von Oberwölz zu dieser Zeit entstand.

Leider nicht nach Oberwölz gekommen ist im Jahre 1980 zur Feier 700 Jahre Stadtpfarrkirche und 550 Jahre Spitalskirche der damalige Erzbischof Josef Kardinal Ratzinger und nunmehrige Hl. Vater Papst Benedikt XVI. Seine damalige Grußbotschaft hat für Oberwölz nunmehr historische Bedeutung.

Schließlich war es für die Stadt Oberwölz auch eine große Auszeichnung, dass im Vorjahr auf Einladung von Bgm. Krainer eine hochkarätige Delegation aus Freising mit Herr Oberbürgermeister Dieter Thalhammer mit den hohen geistlichen Würdenträgern Weihbischof Dr. Bernhard Haselberger, Domrektor Aneser und der bischöflichen Zeremonier Diakon Walter Schwind, Oberwölz besuchten.

Weitere Begegnungen mit OB Thalhammer und dem hochwürdigsten Herrn Erzbischof von München und Freising Friedrich Kardinal Wetter anlässlich der Korbiniansfeste in der Stadt und am Domberg zu Freising, schließt den Bogen zwischen Historie und Gegenwart der Bischofstadt Freising in Bayern und dem kleinsten steirischen Städtchen Oberwölz und gibt Zeugnis einer wechselvollen 1000-jährigen Geschichte, wie Bgm. Krainer in seinem historischen Rückblick formulierte.

Und ein Begrüßungsgedicht, welches auszugsweise vom Mohrn am Kirchplatz zur Begrüßung der Ehrengäste vorgetragen wurde, rundet diese Begegnung auch in Hinblick auf ein gemeinsames Europa ab.

Der Mohrenknabe hat gegrüßt,
auch Gäste aus dem Lande Bayern,
die gekommen sind nach Wölz,
um mit uns das Fest zu feiern.

Ein ganz besonderer Gruß dem Landherrn,
Hermann Schützenhöfer wird er genannt,
ihm sei gedankt aus vollem Herzen,
für seine wohlwollende Hand.

Die Glocken haben zum Gebet gerufen,
wie schon so viele Jahre lang,
Priester und Chor haben uns gestaltet,
den besinnlichen Empfang.

Nun wollen wir zum Festakt schreiten,
in Demut, Dankbarkeit und Freud,
das Jubelfest beginnen,
mit Rückblick auf die alte Zeit.

Als vor 1000 Jahren der König,
dem Bischof schenkte dieses Tal,
mit Land und Leute, Berg und Täler
als Lehen für Ein- und Allemal.

Tausend Jahre sind vergangen,
sehr viel verändert hat die Zeit,
und weil wir zusammenrücken wollen,
Treffen wir einander Heut.

Drum Frauen, Männer, Gäste, Freunde,
fühlt Euch wohl in unserer Stadt,
wir wollen besinnen uns, und feiern,
was vor tausend Jahren begonnen hat.









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